aiwenling.art

艾文灵 ART

Kunst lässt sich sehen, hören, tasten, riechen oder schmecken. Kunst ist zuerst ein Erlebnis, ein Gefühl, dann vielleicht ein Denkanstoß. Kunst kann eine Erinnerung mit bleibendem Wert sein. Manche Kunstwerke vergehen und sind dann nur Erinnerung. Andere lassen Erinnerungen zurückkehren, sich immer wieder neu erleben und wecken immer neue Emotionen und Ideen. Kunstgegenstände lassen sich weitergeben.

Kunst ergibt sich aus einem menschlichen Schöpfungsprozess. Kunst hat daher auch die Eigenschaft einer Investition, die dem Menschen mehr zurückgeben kann, als sie genommen hat. Nicht nur Sammler, sondern auch jeder Kunstschaffende ist ein Investor, denn er investiert mindestens Energie, Ressourcen und Zeit in Kunst. Die Etymologie des Wortes “Kunst” weist darauf hin, dass Kunst eine urgeschichtliche Form war, menschliche Zeit und Kraft zu “investieren”, um etwas “Künstliches” zu schaffen.

Wann gibt uns ein Kunstwerk mehr, als es uns genommen hat? Wann liefert Kunst mehr Ertrag als Aufwand? Welches Objekt bringt uns mehr Erlös als Kosten? Solche Fragen können in verschiedenen Dimensionen beantwortet werden, emotional, rational, auch finanziell. 

Die Beurteilung von Kunst ist mehr als nur die Ermittlung eines Kaufpreises. Mit der Bewertung von Kunst als Vermögensgegenstand wird nur auf einen Stichtag die Frage nach einem Wert in Recheneinheiten wie Euro oder Dollar beantwortet.

Eine andere Sicht auf Kunst wird gewonnen, wenn Kunst nicht in metrischen Einheiten des Geldes gemessen wird, sondern ordinal eingestuft wird. Das Einstufen auf einer Ordinalskala ist Rating.

ART RATING

Mit einem Kunstrating oder “Art Rating” ist die weiterführende Frage zu beantworten, welchen bleibenden Wert Kunst für uns hat. Dieser Wert bestimmt zwar auch künftigen Tauschwert, sein Anspruch geht aber darüber hinaus, da Kunstrating mögliche Entwicklungen beschreibt.

Zwischen den wichtigsten Kunstmärkten der Welt - USA und China - finden Künstler, Sammler, Galeristen, Analysten und Investoren im Kunstrating eine Struktur, um Antworten zu finden. Durch Kunstrating diskutieren wir, was nicht nur heute, sondern auch in Zukunft Wert hat, was wertbeständig bleibt und was sogar an Wert gewinnen könnte.

Für die meisten Vermögensklassen gibt es bereits Ratings aus finanzieller, aber auch aus ethischer, ökologischer oder sozialer Perspektive. Führende Ratingagenturen liefern Kreditratings seit über einem Jahrhundert. Ein “Art Rating” ist daher auch eine Art “Rating” und Rating ist auch “Art”. Auch von den an den Finanzmärkten weltweit gebräuchlichen Ratings kann gesagt werden, dass sie mehr “Kunst” als “Wissenschaft” sind. Manche Kriterien des Kreditratings, die kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert akzeptiert waren, waren zur Jahrtausendwende kaum noch relevant, andere Kriterien des Kreditratings überdauern Kriege und Krisen bis heute. Ratingsysteme sind daher stetem Wandel unterworfen, wie die Welt und die Menschheit selbst.

Das Wissen um den unvermeidbaren Wandel hindert Künstler, Galeristen, Sammler und Investoren jedoch nicht an der Suche nach dem relativ Wertbeständigen. Diese Relativität der Wertbeständigkeit zu klassifizieren, ist Aufgabe des Kunstratings.

PROJEKT AIWENLING

Warum nicht mit Kunst beginnen, was Kunst zum Gegenstand hat? Mit “Projekt AiWenLing” bezeichne ich den Versuch, einen virtuellen Gedankensturm in ein “Portfolio” aus Kriterien des Kunstratings zu bringen. Jede Ordnung von Ratingkriterien in einer Methodologie beginnt mit der Sammlung von Maßstäben, nach denen eine Beurteilung erfolgen kann. Diese Sammlung findet sich auf AIWENLING.ART unter “Portfolio”. Nicht alle Kriterien sind für alle Kunstobjekte relevant. Alle hier gesammelten Kriterien sollten aber mindestens unter bestimmten Bedingungen Relevanz für die Beantwortung der Frage nach der Beständigkeit und Wertentwicklung eines Kunstwerkes haben. Ratingkriterien sind interdependent, so dass möglicherweise ein Merkmal ein anderes Merkmal ausschließt oder irrelevant erscheinen lässt. In mathematisch-statischen Ratingmodellen käme dies einer Nullgewichtung eines Kriteriums gleich.

Kriterien können in Hierarchien angeordnet oder nebeneinander gestellt werden. Die Gewichtung und Verknüpfung von Ratingkriterien zum Gesamturteil steht hier noch nicht zur Diskussion. Es geht allein um die beispielhafte Auflistung von Prüfsteinen, an denen Kunst gemessen werden könnte. So wird hier auch nicht erörtert, ob rein qualitative oder quantitative Ratingmodelle, mathematisch-statistische Verfahren oder komiteebasierte Ansätze zur Anwendung kommen sollten. Ebensowenig geht es um Details der Ratingskala, der Ratingsymbole und der Modifikatoren des Ratings, wie sie in professionellen Ratingsystemen Einsatz finden. Auf AIWENLING.ART geht es nur um Kunstrating als Kunst, nicht um praktische Anwendung oder Bewertung von Kunstwerken.

KUNSTWERK

Bei Kreditratings ergibt sich das Objekt des Ratings schon aus der Legaldefinition eines Kredits, ebenso beispielsweise das Fondsrating als Rating von Fonds, wie sie durch den Gesetzgeber definiert werden. Anders beim Kunstrating: Wenn Gegenstand des Kunstratings das Kunstwerk ist, was ist dann ein Kunstwerk? Was unterscheidet einen Kunstgegenstand von einem Kunstwerk? Oder definiert bereits das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie ein Kunstwerk?

Dekorative Kunst ist meist untrennbar mit anderen Objekten verbunden. In Abgrenzung vom Kunstwerk gibt es den Begriff des Kunstgegenstands, der Objekte bezeichnet, die neben ihrer künstlerischen Anmutung auch noch einen anderen Zweck erfüllen. Kunstgewerbe beziehungsweise Angewandte Kunst oder Kunsthandwerk, aber auch z. B. die Architektur produzieren Objekte, die “geratet” werden können. Die handwerkliche, maschinelle oder industrielle Herstellung von Gebrauchsgegenständen mit künstlerischem Anspruch ist ganz anderen Marktbedingungen ausgesetzt als die Schöpfung eines Kunstwerks durch einen Künstler. Im Gegensatz zum nahe verwandten Kunsthandwerk stellt das Kunstgewerbe die Objekte auch noch in größeren Serien her. Die Entwürfe werden oft von anderen Fabriken, Werkstätten oder externen Künstlern ausgeführt. Daher dürften sich hier Begriffsabgrenzungen herausbilden, die nicht nur Objekte des Kunstgewerbes und des Kunsthandwerks unterscheiden, sondern die den Begriff des Kunstratings auf das Rating von Kunstwerken beschränken.

Kunstwerke begegnen uns in vielen Formen und Genres - in der Literatur, auf der Bühne, im Hörfunk, auf der Leinwand und auf dem Bildschirm, in der Musik, im öffentlichen Raum und in der Bildenden Kunst. Demnach hat sich der Begriff “Kunstmarkt” für ein engeres Kunstverständnis entwickelt. Als Kunstmarkt wird heute die Gesamtheit aller Galerien, Kunstmessen, Sammlerbörsen oder Auktionen bezeichnet, bei denen sich Kunstwerke der Bildenden Kunst im Umlauf befinden. Der Kunstmarkt ist der ökonomische Ort des Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage nach Kunstwerken. Mit Kunstrating wird nicht lediglich das durch einen “Preis” oder “Marktwert” quantifizierte, ökonomische Ergebnis dieses Zusammentreffens bezeichnet, sondern die Zukunftsperspektive artikuliert.

Während das Kunsthandwerk, das Unikate oder Werke in Kleinserie herstellt, und im Kunstgewerbe Gebrauchsgegenstände auch in größerer Serie, maschinell und nach fremden Entwürfen reproduziert werden, ist ein Kunstwerk durch “Unnahbarkeit”, Echtheit und Einmaligkeit geprägt. Kunstrating setzt also erst da an, wo einem Gegenstand eine gewisse Aura beigemessen werden kann.

Meine Ideensammlung zu Kriterien des Kunstratings setzt das Vorliegen eines Kunstwerks voraus. Die Schöpfungshöhe, Gestaltungshöhe oder Werkhöhe ist ein Kriterium, das im Urheberrecht urheberrechtlich geschützte Werke von solchen Leistungen abgrenzt, die keinem urheberrechtlichen Schutz unterliegen, insbesondere solchen, die dadurch gemeinfrei sind. Kunst setzt eine bestimmte Schöpfungshöhe voraus, entsprechend können gemeinfreie Objekte nicht Gegenstand eines Kunstratings sein. Beim Kunstrating geht es immer um schützenswerte Kunst. Ein Kunstwerk muss mehr als eine Idee sein, eine persönliche geistige Schöpfung darstellen und Individualität aufweisen.

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FEATURED PORTFOLIO 
Alina Letyk

Alina Letyk wurde 1989 in der Ukraine geboren.

2014 Studienabschluss an der National Pädagogische Universität in Poltava/Ukraine als diplomierte Lehrerin für bildende Kunst und Ästhetik.

Seit 2015 lebt sie in Deutschland.

Mitglied der Vereinigung der "Westkunst" und "Frankfurter Künstlerclub".

Alina Letyk absolvierte eine Ausbildung zur Integral-therapeutischen Kunstpädagogin bei Campus naturalis Akademie in Frankfurt am Main.

Ihre Arbeiten befinden sich in privaten Sammlungen in der Ukraine, Russland, Polen, Deutschland, USA.

In Ihrer Freizeit boxt Alina Letyk und gibt auch Boxunterricht. Einerseits als Ausgleich, andererseits sieht sie auch Parallelen zur Kunst. „Beim Boxen fließt Energie, es kommt auf Präzision, genaue Beobachtungsgabe, absoluten Fokus und Konzentration an – wie bei der Malerei.“

Alina Letyk ist eine junge Künstlerin, die Leidenschaft, Kreativität und Präzision auf ganz besondere Art miteinander verbindet.

Die Vielfalt der eingesetzten Techniken und die Perfektion unterschiedlicher Stilelemente sind ungewöhnlich – Alina Letyk lässt sich in ihren Ausdruckformen nicht eingrenzen, sondern erfindet sich immer wieder neu.

„Für mich ist Malerei Leidenschaft, Energie, Kraftquelle, Ruhe und Fokus in einem. Wenn ich male, begebe ich mich einerseits in eine Traumwelt und bin andererseits voll konzentriert und fokussiert.“

„Ideen und Assoziationen sind dann fast unablässig in meinem Kopf, ich nenne dies Synapsen-Feuerwerk. Ich beginne dann mit Formen, Farben und Materialien zu experimentieren. Im Prozess tauchen schließlich Formen und Strukturen auf, die ich dann weiterverfolge.“

„Für mich ist dieser Prozess eine Ausdrucksform von Gedanken, Gefühlen und Emotionen. So stelle ich auch Widersprüche und Konflikte dar und eröffne dadurch dem Betrachter meiner Arbeiten unterschiedliche Blickwinkel und Denkanstöße und damit auch viele Freiheiten zur Interpretation.“

„Mein eigenes künstlerisches Arbeiten hat mir viele Türen zum Verstehen und Annehmen meiner selbst und des Lebens geöffnet. Kreativität ist für mich eine besondere Kraftquelle, die ein Schlüssel zu einem ganz individuellen Ausdruck ist – Ausdruck der Seele.“

Bilder von Alina Letyk regen auch nach hundertmaligem Betrachten die Phantasie immer wieder neu an.

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艾文 灵 = AiWenLing

Die Chinesen geben sich im Ausland Namen in Pinyin-Transkription oder wählen Namen aus der Landessprache. Umgekehrt wird es in China begrüßt, wenn sich Ausländer einen Namen geben, der für die Chinesen leichter auszusprechen ist. Dieser Anforderung begegnete ich seit 2001 auf meinen Reisen nach China - deshalb der Name 艾文 灵 = AiWenLing.

Dr. Oliver Everling

Ich bin seit 1998 unabhängig und Geschäftsführer der RATING EVIDENCE GmbH. Als Gastprofessor der Capital University of Economics and Business in Peking, ehemaliger Vorsitzender des Aufsichtsrats einer Ratingagentur, Mitglied des Beirats, Berater, Mitglied von Ratingausschüssen, Vorsitzender der ISO-TC Rating Services, Autor oder Herausgeber von Büchern und einer Zeitschrift, Independent Non-Executive Director gemäß EU-Verordnung über Ratingagenturen war oder bin ich aus verschiedenen Perspektiven mit Ratings befasst. Zuvor war ich 6 Jahre lang Abteilungsdirektor in der Dresdner Bank und bis 1993 Geschäftsführer der Projektgesellschaft Rating mbH nach Promotion am Banken- und Börsenseminar der Universität zu Köln.

Kunst lässt sich sehen, hören, tasten, riechen oder schmecken. Kunst ist zuerst ein Erlebnis, ein Gefühl, dann vielleicht ein Denkanstoß. Kunst kann eine Erinnerung mit bleibendem Wert sein. Manche Kunstwerke vergehen und sind dann nur Erinnerung. Andere lassen Erinnerungen zurückkehren, sich immer wieder neu erleben und wecken immer neue Emotionen und Ideen. Kunstgegenstände lassen sich weitergeben.

Kunst ergibt sich aus einem menschlichen Schöpfungsprozess. Kunst hat daher auch die Eigenschaft einer Investition, die dem Menschen mehr zurückgeben kann, als sie genommen hat. Nicht nur Sammler, sondern auch jeder Kunstschaffende ist ein Investor, denn er investiert mindestens Energie, Ressourcen und Zeit in Kunst. Die Etymologie des Wortes “Kunst” weist darauf hin, dass Kunst eine urgeschichtliche Form war, menschliche Zeit und Kraft zu “investieren”, um etwas “Künstliches” zu schaffen.

Wann gibt uns ein Kunstwerk mehr, als es uns genommen hat? Wann liefert Kunst mehr Ertrag als Aufwand? Welches Objekt bringt uns mehr Erlös als Kosten? Solche Fragen können in verschiedenen Dimensionen beantwortet werden, emotional, rational, auch finanziell.

Die Beurteilung von Kunst ist mehr als nur die Ermittlung eines Kaufpreises. Mit der Bewertung von Kunst als Vermögensgegenstand wird nur auf einen Stichtag die Frage nach einem Wert in Recheneinheiten wie Euro oder Dollar beantwortet.

Eine andere Sicht auf Kunst wird gewonnen, wenn Kunst nicht in metrischen Einheiten des Geldes gemessen wird, sondern ordinal eingestuft wird. Das Einstufen auf einer Ordinalskala ist Rating.

ART RATING

Mit einem Kunstrating oder “Art Rating” ist die weiterführende Frage zu beantworten, welchen bleibenden Wert Kunst für uns hat. Dieser Wert bestimmt zwar auch künftigen Tauschwert, sein Anspruch geht aber darüber hinaus, da Kunstrating mögliche Entwicklungen beschreibt.

Zwischen den wichtigsten Kunstmärkten der Welt - USA und China - finden Künstler, Sammler, Galeristen, Analysten und Investoren im Kunstrating eine Struktur, um Antworten zu finden. Durch Kunstrating diskutieren wir, was nicht nur heute, sondern auch in Zukunft Wert hat, was wertbeständig bleibt und was sogar an Wert gewinnen könnte.

Für die meisten Vermögensklassen gibt es bereits Ratings aus finanzieller, aber auch aus ethischer, ökologischer oder sozialer Perspektive. Führende Ratingagenturen liefern Kreditratings seit über einem Jahrhundert. Ein “Art Rating” ist daher auch eine Art “Rating” und Rating ist auch “Art”. Auch von den an den Finanzmärkten weltweit gebräuchlichen Ratings kann gesagt werden, dass sie mehr “Kunst” als “Wissenschaft” sind. Manche Kriterien des Kreditratings, die kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert akzeptiert waren, waren zur Jahrtausendwende kaum noch relevant, andere Kriterien des Kreditratings überdauern Kriege und Krisen bis heute. Ratingsysteme sind daher stetem Wandel unterworfen, wie die Welt und die Menschheit selbst.

Das Wissen um den unvermeidbaren Wandel hindert Künstler, Galeristen, Sammler und Investoren jedoch nicht an der Suche nach dem relativ Wertbeständigen. Diese Relativität der Wertbeständigkeit zu klassifizieren, ist Aufgabe des Kunstratings.

PROJEKT AIWENLING

Warum nicht mit Kunst beginnen, was Kunst zum Gegenstand hat? Mit “Projekt AiWenLing” bezeichne ich den Versuch, einen virtuellen Gedankensturm in ein “Portfolio” aus Kriterien des Kunstratings zu bringen. Jede Ordnung von Ratingkriterien in einer Methodologie beginnt mit der Sammlung von Maßstäben, nach denen eine Beurteilung erfolgen kann. Diese Sammlung findet sich auf AIWENLING.ART unter “Portfolio”. Nicht alle Kriterien sind für alle Kunstobjekte relevant. Alle hier gesammelten Kriterien sollten aber mindestens unter bestimmten Bedingungen Relevanz für die Beantwortung der Frage nach der Beständigkeit und Wertentwicklung eines Kunstwerkes haben. Ratingkriterien sind interdependent, so dass möglicherweise ein Merkmal ein anderes Merkmal ausschließt oder irrelevant erscheinen lässt. In mathematisch-statischen Ratingmodellen käme dies einer Nullgewichtung eines Kriteriums gleich.

Kriterien können in Hierarchien angeordnet oder nebeneinander gestellt werden. Die Gewichtung und Verknüpfung von Ratingkriterien zum Gesamturteil steht hier noch nicht zur Diskussion. Es geht allein um die beispielhafte Auflistung von Prüfsteinen, an denen Kunst gemessen werden könnte. So wird hier auch nicht erörtert, ob rein qualitative oder quantitative Ratingmodelle, mathematisch-statistische Verfahren oder komiteebasierte Ansätze zur Anwendung kommen sollten. Ebensowenig geht es um Details der Ratingskala, der Ratingsymbole und der Modifikatoren des Ratings, wie sie in professionellen Ratingsystemen Einsatz finden. Auf AIWENLING.ART geht es nur um Kunstrating als Kunst, nicht um praktische Anwendung oder Bewertung von Kunstwerken.

KUNSTWERK

Bei Kreditratings ergibt sich das Objekt des Ratings schon aus der Legaldefinition eines Kredits, ebenso beispielsweise das Fondsrating als Rating von Fonds, wie sie durch den Gesetzgeber definiert werden. Anders beim Kunstrating: Wenn Gegenstand des Kunstratings das Kunstwerk ist, was ist dann ein Kunstwerk? Was unterscheidet einen Kunstgegenstand von einem Kunstwerk? Oder definiert bereits das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie ein Kunstwerk?

Dekorative Kunst ist meist untrennbar mit anderen Objekten verbunden. In Abgrenzung vom Kunstwerk gibt es den Begriff des Kunstgegenstands, der Objekte bezeichnet, die neben ihrer künstlerischen Anmutung auch noch einen anderen Zweck erfüllen. Kunstgewerbe beziehungsweise Angewandte Kunst oder Kunsthandwerk, aber auch z. B. die Architektur produzieren Objekte, die “geratet” werden können. Die handwerkliche, maschinelle oder industrielle Herstellung von Gebrauchsgegenständen mit künstlerischem Anspruch ist ganz anderen Marktbedingungen ausgesetzt als die Schöpfung eines Kunstwerks durch einen Künstler. Im Gegensatz zum nahe verwandten Kunsthandwerk stellt das Kunstgewerbe die Objekte auch noch in größeren Serien her. Die Entwürfe werden oft von anderen Fabriken, Werkstätten oder externen Künstlern ausgeführt. Daher dürften sich hier Begriffsabgrenzungen herausbilden, die nicht nur Objekte des Kunstgewerbes und des Kunsthandwerks unterscheiden, sondern die den Begriff des Kunstratings auf das Rating von Kunstwerken beschränken.

Kunstwerke begegnen uns in vielen Formen und Genres - in der Literatur, auf der Bühne, im Hörfunk, auf der Leinwand und auf dem Bildschirm, in der Musik, im öffentlichen Raum und in der Bildenden Kunst. Demnach hat sich der Begriff “Kunstmarkt” für ein engeres Kunstverständnis entwickelt. Als Kunstmarkt wird heute die Gesamtheit aller Galerien, Kunstmessen, Sammlerbörsen oder Auktionen bezeichnet, bei denen sich Kunstwerke der Bildenden Kunst im Umlauf befinden. Der Kunstmarkt ist der ökonomische Ort des Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage nach Kunstwerken. Mit Kunstrating wird nicht lediglich das durch einen “Preis” oder “Marktwert” quantifizierte, ökonomische Ergebnis dieses Zusammentreffens bezeichnet, sondern die Zukunftsperspektive artikuliert.

Während das Kunsthandwerk, das Unikate oder Werke in Kleinserie herstellt, und im Kunstgewerbe Gebrauchsgegenstände auch in größerer Serie, maschinell und nach fremden Entwürfen reproduziert werden, ist ein Kunstwerk durch “Unnahbarkeit”, Echtheit und Einmaligkeit geprägt. Kunstrating setzt also erst da an, wo einem Gegenstand eine gewisse Aura beigemessen werden kann.

Meine Ideensammlung zu Kriterien des Kunstratings setzt das Vorliegen eines Kunstwerks voraus. Die Schöpfungshöhe, Gestaltungshöhe oder Werkhöhe ist ein Kriterium, das im Urheberrecht urheberrechtlich geschützte Werke von solchen Leistungen abgrenzt, die keinem urheberrechtlichen Schutz unterliegen, insbesondere solchen, die dadurch gemeinfrei sind. Kunst setzt eine bestimmte Schöpfungshöhe voraus, entsprechend können gemeinfreie Objekte nicht Gegenstand eines Kunstratings sein. Beim Kunstrating geht es immer um schützenswerte Kunst. Ein Kunstwerk muss mehr als eine Idee sein, eine persönliche geistige Schöpfung darstellen und Individualität aufweisen.

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FEATURED PORTFOLIO
Alina Letyk

Alina Letyk wurde 1989 in der Ukraine geboren.

2014 Studienabschluss an der National Pädagogische Universität in Poltava/Ukraine als diplomierte Lehrerin für bildende Kunst und Ästhetik.

Seit 2015 lebt sie in Deutschland.

Mitglied der Vereinigung der "Westkunst" und "Frankfurter Künstlerclub".

Alina Letyk absolvierte eine Ausbildung zur Integral-therapeutischen Kunstpädagogin bei Campus naturalis Akademie in Frankfurt am Main.

Ihre Arbeiten befinden sich in privaten Sammlungen in der Ukraine, Russland, Polen, Deutschland, USA.

In Ihrer Freizeit boxt Alina Letyk und gibt auch Boxunterricht. Einerseits als Ausgleich, andererseits sieht sie auch Parallelen zur Kunst. „Beim Boxen fließt Energie, es kommt auf Präzision, genaue Beobachtungsgabe, absoluten Fokus und Konzentration an – wie bei der Malerei.“

Alina Letyk ist eine junge Künstlerin, die Leidenschaft, Kreativität und Präzision auf ganz besondere Art miteinander verbindet.

Die Vielfalt der eingesetzten Techniken und die Perfektion unterschiedlicher Stilelemente sind ungewöhnlich – Alina Letyk lässt sich in ihren Ausdruckformen nicht eingrenzen, sondern erfindet sich immer wieder neu.

„Für mich ist Malerei Leidenschaft, Energie, Kraftquelle, Ruhe und Fokus in einem. Wenn ich male, begebe ich mich einerseits in eine Traumwelt und bin andererseits voll konzentriert und fokussiert.“

„Ideen und Assoziationen sind dann fast unablässig in meinem Kopf, ich nenne dies Synapsen-Feuerwerk. Ich beginne dann mit Formen, Farben und Materialien zu experimentieren. Im Prozess tauchen schließlich Formen und Strukturen auf, die ich dann weiterverfolge.“

„Für mich ist dieser Prozess eine Ausdrucksform von Gedanken, Gefühlen und Emotionen. So stelle ich auch Widersprüche und Konflikte dar und eröffne dadurch dem Betrachter meiner Arbeiten unterschiedliche Blickwinkel und Denkanstöße und damit auch viele Freiheiten zur Interpretation.“

„Mein eigenes künstlerisches Arbeiten hat mir viele Türen zum Verstehen und Annehmen meiner selbst und des Lebens geöffnet. Kreativität ist für mich eine besondere Kraftquelle, die ein Schlüssel zu einem ganz individuellen Ausdruck ist – Ausdruck der Seele.“

Bilder von Alina Letyk regen auch nach hundertmaligem Betrachten die Phantasie immer wieder neu an.

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艾文 灵 = AiWenLing

Die Chinesen geben sich im Ausland Namen in Pinyin-Transkription oder wählen Namen aus der Landessprache. Umgekehrt wird es in China begrüßt, wenn sich Ausländer einen Namen geben, der für die Chinesen leichter auszusprechen ist. Dieser Anforderung begegnete ich seit 2001 auf meinen Reisen nach China - deshalb der Name 艾文 灵 = AiWenLing.

Dr. Oliver Everling

Ich bin seit 1998 unabhängig und Geschäftsführer der RATING EVIDENCE GmbH. Als Gastprofessor der Capital University of Economics and Business in Peking, ehemaliger Vorsitzender des Aufsichtsrats einer Ratingagentur, Mitglied des Beirats, Berater, Mitglied von Ratingausschüssen, Vorsitzender der ISO-TC Rating Services, Autor oder Herausgeber von Büchern und einer Zeitschrift, Independent Non-Executive Director gemäß EU-Verordnung über Ratingagenturen war oder bin ich aus verschiedenen Perspektiven mit Ratings befasst. Zuvor war ich 6 Jahre lang Abteilungsdirektor in der Dresdner Bank und bis 1993 Geschäftsführer der Projektgesellschaft Rating mbH nach Promotion am Banken- und Börsenseminar der Universität zu Köln.